Kardinal v. Galen Ölgemälde
Kardinal von Galen

Ölgemälde von Wilhelm Lauterbach

Bistumsarchiv Münster

Kardinal v. Galen Bronzeplastik
Kardinal von Galen

Bronceplastik von Prof. Hilmar Hillebrand

Im Innenhof von Haus Assen

Seliger Kardinal von Galen

Clemens August Graf von Galen wurde am 16. März 1878 auf Burg Dinklage im oldenburgischen Teil des Bistums Münster aus einer kinderreichen, katholischen Adelsfamilie geboren. Sein Vater war Graf Ferdinand Heribert von Galen, seine Mutter Elisabeth, geb. Gräfin von Spee. Die Erziehung im Elternhaus war geprägt von tiefer Frömmigkeit und starkem Familiensinn. Die Gymnasialstudien machte er bei den Jesuiten in Feldkirch, das Abitur 1896 in Vechta. Nachdem er in Freiburg/Schweiz Philosophie studiert hatte, entschloß er sich, Priester zu werden. Nach den theologischen Studien in Innsbruck und Münster wurde er am 28. Mai 1904 von Bischof Hermann Dingelstad im Hohen Dom zu Münster geweiht. In den ersten Priesterjahren war er Domvikar in Münster und begleitete seinen Onkel, Weihbischof Maximilian Gereon Graf von Galen, bei den Firmreisen. 1906 begann er sein seelsorgliches Wirken in Berlin als Kaplan an St. Matthias (Schöneberg), war Kuratus an St. Clemens und seit 1919 Pfarrer von St. Matthias. In den schweren Zeiten des 1. Weltkrieges und den Wirren der Nachkriegszeit bewährte er sich als frommer, selbstloser Priester und eifriger Seelsorger in rastlosen Einsatz für die ihm anvertrauten Katholiken der Diaspora - Großstadt. 1929 berief ihn Bischof Johannes Poggenburg als Pfarrer der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti nach Münster zurück. Im September 1933 erhielt er die Nachricht, daß Papst Pius XI. ihn zum Bischof der seit Januar 1933 verweisten Diözese Münster ernannt habe. Am 28. Oktober 1933 wurde er durch Kardinal Schulte, Erzbischof von Köln, zum Bischof geweiht. Getreu seinem Wahlspruch ’Nec laudibus, nec timore‘ - unbekümmert um Menschenlob und Menschenfurcht, wurde er der gute Hirte der ihm anvertrauten Herde. Schon bald trat er den kirchenfeindlichen Bestrebungen des Nationalsozialismus entgegen, erstmals in seinem Fastenhirtenbrief 1934. Mit Eifer und Hingabe erfüllte er die Pflichten seines bischöflichen Amtes und erlebte mit großer Freude, vor allem auf den Firmungsreisen, seine Verbundenheit mit den Gläubigen. Brüderliche Zusammenarbeit mit den deutschen Bischöfen und treue Ergebenheit dem hl. Vater in Rom gegenüber zeigten seine lautere, kirchliche Gesinnung. Die Leiden der Verfolgten, besonders auch seiner Priester im Konzentrationslager, der Soldaten und vieler anderer im Kriege erlebte er mit tiefmenschlichem Mitgefühl. Als die nationalsozialistische Regierung trotz der Kriegsverhältnisse bei ihrer Kirchenfeindlichkeit blieb, ja Klöster beschlagnahmte und zur Tötung geistig Behinderter schritt, fühlte er sich verpflichtet, dagegen seine Stimme zu erheben; am 13. und 20. Juli und am 3. August 1941 hielt er seine berühmt gewordenen drei Predigten, die in aller Welt verbreitet wurden. Er rechnete fest damit, daß die von ihm zurechtgewießene Staatsgewalt gegen ihn vorgehen werde und er sein Leben aufs Spiel setzte. Doch war er bereit, für Gott, Christus und seine Brüder und Schwestern, das Martyrium auf sich zu nehmen. Der Krieg zerstörte seine Bischofsstadt. Mehr als unter dem Verlust des Hauses und seiner Habe litt er unter der Zerstörung des Hohen Domes. Wie ein Fels stand der Bischof inmitten seiner Priester und des gläubigen Volkes auch in den schweren Monaten der Nachkriegszeit. Da berief ihn Papst Pius XII. am 18. Februar 1946 in das römische Kardinalskollegium. Am 16. März 1946 hielt der von Rom heimgekehrte Kardinal seinen triumphalen Einzug in Münster. Bald danach erkrankte er schwer; eine Operation konnte sein irdisches Leben nicht retten. Am 19. März, dem Josefsfest, seinem Tauftag, empfing er die hl. Sakramente. Gott rief ihn am 22. März 1946 gegen 17 Uhr in sein ewiges Reich. Tausende beteten an seiner Bahre in der Erphokapelle der St. Mauritzkirche und gaben ihm das letzte Geleit, als sein Leichnam am 28. März in der Ludgeruskapelle des zerstörten Domes beigesetzt wurde. Am 9. Oktober 2005 konnten die Schüler von Haus Assen mit den Patres im Petersdom an der feierlichen Seligsprechung ihres Kollegspatron teilnehmen.